• Studentenleben Osnabrück
  • Studentenleben Osnabrück

Ein Kommentar von Philipp Adolphs

An der Universität Osnabrück und vielen anderen Einrichtungen wird im großen Umfang an US-Amerikanischer Kriegsführung geforscht. Das geht aus einem >> Bericht aus der NOZ << vom heutigen Montag hervor. Der Ruf nach einer Zivilklausel, wie sie - zumindest offiziell - auch die >> Universität Bremen << seit 1986 führt, wird groß.

Die Neue Osnabrücker Zeitung wiederum bezieht sich auf eine Recherche des NDR vom 31.21.2013, aus der >> hier << im Detail hervorgeht, welche Niedersächsischen Hochschulen inwieweit in militärische oder sicherheitstechnische Forschungsprojekte involviert sind. Während an der Fakultät für Ingenieurwesen und Informatik an "Offenem Katastrophenmanagement mit freien GIS" geforscht wurde, wird das Institut für Kognitionswissenschaft (Cognitive Science) über fünf Jahre bis 2015 unterstützt, um an Neuroergonomics / "Multi-modal sensory attention" zu forschen. Bei letzterem "geht es [laut NOZ] um die Verschmelzung von Mensch und Maschine auf dem Schlachtfeld. Wie lässt sich die Wahrnehmung der Soldaten in ein übergreifendes System zur Kriegsführung integrieren - und umgekehrt?"

Die Forschung von Universitäten für das Militär, und in diesem Falle nicht einmal für jenes im eigenen Lande, sondern für eines, das sich mit seinen Kriegseinsätzen nicht gerade oft rühmen kann, ist beschämend für viele Studierende an Niedersächsischen Hochschulen. Forschung & Lehre sollten nur zivilen Zwecken - oder wenn militärischen, dann wenigstens bloß medizinischen oder logistischen Zwecken dienen.

Die Neue Osnabrücker Zeitung schreibt weiterhin: "Insgesamt tauchen zehn Unis aus Niedersachsen auf der Liste des Ministeriums auf. Die TU Braunschweig etwa forscht demnach an Drohnen und Raketen für US-Auftraggeber. Insgesamt haben die 148 militärisch relevanten Projekte ein Auftragsvolumen von 25 Millionen Euro."

Gerade der Friedensstadt Osnabrück sollte das zu denken geben. Es bleibt zu hoffen, dass das Thema von Studierenden in allen Gruppen & Gremien aufgegriffen wird.

>> Hier geht es zum ganzen NOZ-Artikel "mit dpa" (inzwischen überarbeitet)

! Siehe auch unseren neuen Bericht: Uni Osnabrück im Dienste des US-Militärs: Zusatz