• Studentenleben Osnabrück
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Endlich ist wieder Schlossgarten-Zeit! Zeit unserem beliebtesten Park mal ein paar Lobesworte zu schreiben.

In manchen Unistädten verbringen die Studenten einen Großteil ihrer Zeit in wuchtigen 70er Bauten fern ab von Innenstadt und Grünflächen. Es ist also schon etwas besonderes direkt aus einem Unigebäude oder der Mensa heraus zu gehen und in einem Park zu stehen, dort Musik oder Sport zu machen, Freunde zu treffen, zu relaxen, zu schlafen oder zu grillen.

Auch dieses Jahr heißt die Herausforderung deshalb wieder, den Schlossgarten dabei pfleglich zu behandeln. Ihr solltet bitte den Müll entsorgen, handelsübliche Holzkohlegrills verwenden (Einweggrills sind verboten), die Blumenbeete nicht zertrampeln, den Statuen keine Körperteile abschlagen, nicht im Springbrunnenbecken schwimmen, euch nicht mit den Dauerbewohnern prügeln und brav eure Pfandflaschen rausrücken, falls „jemand" nett fragt.

Der Park hat übrigens schon einiges durchgemacht! Um 1673 wurde er vom französischen Gartenartchitekten Martin Charbonnier angelegt. Am südlichen Teil schloss ein Wald an und es wurde ein Kanal um den Park angelegt. Die vier Statuen sollen 1749 angefertigt worden sein. Sie stellen die vier Kontinente Europa, Asien, Afrika und Amerika dar. Damals schlenderten wohl die Schlossbewohner, nämlich der Osnabrücker Fürstbischof Ernst August von Braunnschweig-Lüneburg und Sophie von der Pfalz durch den Park. Schon 1679 zog die Familie zurück nach Hannover, sodass das Schloss überwiegend leer stand und zusammen mit dem Park zu verfallen drohte.

Im zweiten Weltkrieg benutze die Gestapo den Westflügel des Schlosses als Folter- und Verhörkeller. Garten und Schloss wurden bei den Bombardements bis auf die Außenmauern des Schlosses komplett zerstört. Nach dem Krieg standen im Schlosspark Wellblechhütten als Wohncontainer für die britischen Besatzer inklusive eines Kinos. Erst in den 60er Jahren wurde der Park im barocken Stil wieder errichtet mit quadratischen Pflanzenbeeten, flachen, eckigen Brunnen und Lindenreihen. 2007 wurden jedoch große Teile der Beflanzung im südlichen Schlossgelände durch den Sturm Kyrill vernichtet, sodass wir jetzt mehr Platz zum chillen haben.