• Studentenleben Osnabrück
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Hipster war gestern, der neue Trend heißt bibstern. Schon der Spiegel entdeckte diesen Trend im letzten Jahr, jedoch reduzierte man die Bibster damals nur auf ihr Äußeres. Das kann aber doch nicht alles sein, was einen Bibster ausmacht.

Den semi-produktiven Bibster, den Gelegenheitsbibster und den Last-Minute-Bibster haben wir euch bereits vorgestellt. Heute folgt ein weiterer Typ, der Home-Bibster.


Dieser Bibster nähert sich der Literatur gern zuhause. Eine gewohnte Umgebung, die private Wohlfühloase sind ihm wichtig. So wichtig, dass er dabei den Hang zum Hamstern entwickelt.

 

„Ich bin zuhause viel produktiver als in der Bibliothek“

Das Semester neigt sich dem Vorlesungsende. Höchste Zeit also mir noch etwas Literatur für die Prüfungsvorbereitung zu besorgen.

Doch lernen in der Bib? Nee, das kann ich nicht. Zu still, zu trist, zu abgeschieden. Ich brauche die Freiheit mich mit meinem Buch zwischen Sofa und Schreibtisch bewegen zu können. Bei meiner Lieblingsmusik, ohne lästige Ohrstöpsel. Und dann ist da noch der Blick in unseren Garten. Osnabrück ist eine grüne Stadt und meine Augen müssen sich von den Buchstaben ja auch mal erholen.

Aber zum Glück, kann ich mir Bücher ja auch ausleihen und so ist der Plan schnell gefasst. Damit ich mit meiner Unerfahrenheit nicht zu sehr auffalle, bereite ich mich sogar auf den Bibliotheksbesuch vor. Mit der Empfehlungsliste meiner Professoren setze ich mich an den Computer und suche mit die Kennungen der Werke über das Onlineportal heraus. Doch bei den wichtigsten muss ich feststellen, dass sie bereits verliehen und erst während der Klausurphase wieder verfügbar sind. Mit etwas Recherche finde ich dann brauchbare Alternativen, die ich auf meinem Zettel vermerke. Jetzt aber los, damit diese nicht vergriffen sind, bis ich in der Bibliothek ankomme.

Und nun stehe ich da. Sehe Regalreihen mit ihren Buchstaben und Nummern, die Themengebiet und Buch kennzeichnen. Endlos und unübersichtlich scheinen die in jedem Semester aufs Neue. Einen entschlossenen Eindruck aufzusetzen ist nun wichtig, ich will doch nicht wie ein Ersti wirken!

Damit stürze ich erstmal in eine der Reihen, in denen ich glaube die Bücher für mich zu finden. Hmm, wieder passen die Nummern aber nicht. Vorsichtig schleiche ich voran, um ein paar Reihen weiter endlich das zu finden, was ich suche. Außerdem stoße ich noch auf ein paar weitere interessante Titel, die ich zur Sicherheit auch noch mitnehme. Man weiß ja nie…. Nun aber schnell raus hier, ich will zuhause ja schließlich damit lernen!

Beruhigend, damit bin ich für die Lernzeit gut versorgt. Ganz präsent platziere ich den Stapel auf meinem Schreibtisch. Und während ich mich in den darauffolgenden Tagen mich durch den Stoff wühle, werfe ich immer wieder einen Blick auf die hilfreiche Literatur. Gelegentlich schaffe ich es sogar, mir eines davon zu nehmen und ein paar Dinge nachzuschlagen. Lesen sollte ich die zwar auch noch, aber das hat noch Zeit….
Die Tage vergehen, die Klausuren kommen. Zeit zu lesen habe ich eh nicht, denn irgendwie ist alles wieder so knapp, dass ich selbst mit den Skripten der Professoren gerade so durch komme. Also deponiere ich den Bücherstapel erstmal in der Ecke, damit der nicht umfällt.

Puuh, geschafft, meine Klausuren bestehe ich auch so. Das will erstmal gefeiert werden. Doch plötzlich erhalte ich Post von der Bibliothek. Mist, der Ausleihzeitraum ist vorbei. Unglaublich, dass schon vier Wochen vorbei sind und ich hätte verlängern müssen. Nun muss ich meine erfolgreiche Beute zusammen mit Mahngebühren also zurückbringen. Naja, es ist ja fürs Studium…

 

Bild: freehdwalls.net