• Studentenleben Osnabrück
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Hipster war gestern, der neue Trend heißt bibstern. Schon der Spiegel entdeckte diesen Trend im letzten Jahr, jedoch reduzierte man die Bibster damals nur auf ihr Äußeres. Das kann aber doch nicht alles sein, was einen Bibster ausmacht.

Schon wieder ist eine Woche vergangen und es wird Zeit, sich wieder unseren lieben Bibliotheksgängern zuzuwenden. Neben dem semi-produktiven Bibster und dem Gelegenheitsbibster haben wir einen weiteren entdeckt.

Es handelt sich heute um eine hoffentlich nicht allzu oft vorkommende Spezies: Den Last-Minute-Bibster. Und wie er sich fühlt, wenn er die Bibliothek betritt, erfahrt ihr jetzt:

 

"Das hat sich ja heute mal richtig gelohnt, wo ich einmal die Bib brauche!"

Nach 6 Semestern völliger Bibliotheks-Abstinenz komme ich nun leider nicht mehr drum herum, ihr einen Besuch abzustatten. Schließlich muss ich dieses Semester meine Bachelor-Arbeit schreiben. Alte Münze heißt das Ding glaub ich. Scheint wohl die Hauptbibliothek zu sein, da kann ich sicherlich nicht viel falsch machen. Motiviert wie ich bin stehe ich samstags um 9 Uhr morgen vorm Haupteingang, aber die Türen sind noch verschlossen. So ein Mist…hätte ich mich mal über die Öffnungszeiten am Wochenende informiert. Jetzt heißt es wohl warten. 2 Stunden später geht’s aber dann endlich los!

Zur besseren Orientierung wende ich mich mit meinen Fragen mal direkt dem Info-Point im Erdgeschoss zu. Wozu vorbereiten, wenn man das Personal mit seinen Problemen belästigen kann. Aber bevor es losgeht nochmal schnell auf die Toilette. Komisch, die ist ja abgeschlossen.

„Tschuldigung, ich hätte gerne einen Schlüssel für die Toilette.“
„Die Toiletten sind samstags abgeschlossen, aber wenn sie Student sind, kennen sie sich ja hier aus und wissen, wo sie das stille Örtchen aufsuchen können.“

Okaaay, die Blöße gebe ich mir jetzt nicht und versuche vom Thema abzulenken:
„Ich hätte da noch eine andere Frage: wo befinden sich denn die Farbkopierer? Ich habe noch 2 DM auf meiner CopyCard, die würde ich gerne benutzen.“
„Wann waren Sie denn das letzte Mal hier?? CopyCards gibt es schon lange nicht mehr und eine Rückerstattung Ihres Guthabens ist leider auch nicht mehr möglich. Aber Sie haben bestimmt Guthaben auf Ihrer Campus Card, damit können Sie kopieren.“

„Sehr gut! Kann ich denn mit der Campus Card auch Bücher ausleihen? Wie ich sehe, gibt es mittlerweile Ausleihautomaten.“
„Klar, wenn Sie ihre Karte schon als Bibliotheksausweis haben freischalten lassen.“

Ich bitte die Mitarbeiterin, das schnell zu erledigen, aber sofort ergibt sich das nächste Samstags-Problem: Nur unter der Woche ist die Freischaltung möglich. Super. Vielleicht kann ich ja wenigstens einen Blick in die Bücher werfen, die ich ausleihen möchte. Ich zeige der Mitarbeiterin meinen Zettel, auf dem ich sorgsam alle relevanten Bücher aufgelistet habe.

Aber auch hier ist das Glück nicht auf meiner Seite. Dass ich als Student der Biologie meine Bücher in der Bibliothek für Mathematik und Naturwissenschaften suchen muss, hat mir nämlich vorher niemand gesagt. Und wie sollte es anders sein: samstags haben die nicht geöffnet. Na toll. Das hat sich ja heute mal richtig gelohnt.

 

Bild: freehdwalls.net