• Studentenleben Osnabrück
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Hipster war gestern, der neue Trend heißt bibstern. Schon der Spiegel entdeckte diesen Trend im letzten Jahr, jedoch reduzierte man die Bibster damals nur auf ihr Äußeres. Das kann aber doch nicht alles sein, was einen Bibster ausmacht.

Deshalb haben wir uns selbst umgeschaut und herausgekommen ist eine Bibster-Typologie. Im ersten Teil hatten wir euch den semi-produktiven Bibster vorgestellt. Heute geht es weiter mit Teil 2: Dem Gelegenheitsbibster.


Erinnern wir uns einmal an unsere Schulzeit: Zu Beginn des neuen Schuljahres nimmt man sich vieles vor, zum Beispiel das Heft ordentlich zu führen, im Unterricht aktiv mitzuarbeiten und so weiter und sofort. Doch diese löblichen Vorsätze hält man man ja meistens doch nicht ein.

Beim Gelegenheitsbibster ist das nicht anders. Und eines sei an dieser Stelle noch gesagt: Unsere Recherchen haben leider gezeigt, dass es sich bei diesem Typen in der Regel um einen Mann handelt. Aber wie gut, dass der Bibster in unserer Beschreibung ein Neutrum darstellt und sich auch die Studentinnen unter euch in ihm wiederfinden dürfen. Here we go:


"Ich war heute sogar zum Lernen in der Bib!"

Es ist Vorlesungsende und die Semesterferien beginnen. Dieses Mal mache ich alles anders. Ich werde schon zu Beginn der vorlesungsfreien Zeit mit dem Lernen beginnen, dann habe ich mehr von den Ferien. Und dass es sich in der Bibliothek viel besser lernt als zuhause, sagen meine Freunde ja auch immer. Also: No risk no fun. Ich suche mir einen Arbeitsplatz mit Aussicht, die Atmosphäre muss schließlich stimmen und dann wird das alles hier auch nicht ganz so langweilig. Ich packe meinen Block, den einzigen Kugelschreiber den ich besitze und mein Smartphone aus. Mehr braucht man doch nicht, denke ich. Ich schlage den Block auf und stecke mir Kopfhörer in die Ohren und….ja…da sitze ich nun und habe das Gefühl, dass ich mich hier irgendwie nicht konzentrieren kann. Merkt man mir eigentlich an, dass ich überfordert bin? Ich muss mir echt Mühe geben, das nervöse Wippen meiner Beine so unauffällig wie möglich zu gestalten. Was mache ich hier bloß? Von allen Seiten höre ich das übermotivierte Tippen auf den Laptop-Tastaturen meiner Kommilitonen und stelle schmerzlich fest, dass bibstern vielleicht doch nicht zu meinen neuen Hobbies zählen wird. Gott sei Dank. Endlich raus hier. Ich packe meine Sachen und bin schneller als ich „Bibster“ sagen kann, wieder zuhause. Wenigstens kann ich heute Abend meinen Freunden auf die Frage danach, wie ich die ersten Tage der Ferien verbracht habe, antworten: Ich? Ich war heute sogar zum Lernen in der Bib! Irgendwas Gutes muss die Aktion ja schließlich gebracht haben.

 

Bild: freehdwalls.net