• Studentenleben Osnabrück
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 Der Kleine Comedy Slam erreichte am Donnerstag sein fettes Finale. Die besten 8 aus vier Vorrunden fanden sich aus allen Ecken Deutschlands in unserer Studistadt ein, um mit Witz und Comedy den goldenen Klappspaten von Osnabrück sowie die Sympathien beider Säle im Polly Esther's und Zauber von OS zu ergattern.

 

Das Programm


Tahnee

Mit kleiner Verspätung startete das Programm mit der grundsympathischen Tahnee Schaffarczyk, die besonders stimmgewandt auftrat und diverse Personen auf der Bühne mimte (die Reihenfolge der Künstler orientiert sich am Programm im Polly Esther's). Von Heidi Klum bis Kathi Karrenbauer performte sie jede Minute gefühlt jemand anderes. Gelernt wurde unter anderem, wieso man niemals mit Helene Fischer einen Kinoabend veranstalten sollte („Willst du ein Bier, Helene?“ – „NEIN!“) und wie Eltern divers reagieren können, wenn die Tochter sie mit der neuen Lebensgefährtin bekannt machen möchte. Hätte man ja auch nicht mit rechnen können, dass es sich um eine Frau handelt „mit den langen Haaren und der vielen Schminke“.

 

Kevin

Kevin Ray möchte mit Vorurteilen über seinen Vornamen aufräumen. Seine Mutter hätte diesen nur ausgewählt, um besonders gut mit ihm schimpfen zu können. Nach dieser Vorstellung und dem Einblick in seine Kindheit erzählt er detailliert über seine Ex-Freundin und seine Leidenschaft zu betrunken geführten SMS-Gesprächen, die sich aber meist nur auf eine Frage konzentrieren. „Sex?“ piept das Handy seiner Ex regelmäßig mitten in der Nacht. Blöd nur, wenn man aus Versehen eine Rundmail aus dem Geschreibsel macht und die Freundschaft mit seinem besten Kumpel „beinahe im Arsch war“ weil dieser kurzerhand mit „Wo und Wann?“ antwortete. Was seine Ex wohl dazu sagen würde? Wahrscheinlich „Yolo“.

 

Lena

Lena Liebkind kommt aus der Ukraine. Das stellte sie ganz zu Beginn fest, wie man das nunmal so macht, am Anfang eines Gesprächs. Leider waren die stereotypen Ukrainerinnen gerade aus, als sie geboren wurde und „Schlange stand an der Vergabestelle“. So wurde aus ihr also keine Stripperin oder Kugelstoßerin, sondern „ein fauler Fresssack mit Titten“, der inbrünstig Foodporn und Burger bevorzugt nachts um drei liebt. Das Ziel ganz klar vor Augen: „Die fetteste Oma der Welt werden“ und 2060 das Altenheim zur Partylocation zu machen!

 

Bene

Bene Reinisch ist der Zauberkünstler unter den Vortragenden ("Mensch mit Manipulationshintergrund") und flicht seine magischen Tricks gekonnt in das Stand Up Programm ein. Auf seine Frage „Wer hat heute noch Sex?“ kann ihn keine Antwort mehr schocken, nachdem sich einst seine Mutter daraufhin gemeldet hat. Doch das Leben als Zauberkünstler ist mühsam, wenn man davon leben will, schließlich ist man ja kein Harry Potter, „der kann das nämlich wirklich!“. Seine Tricks, das durchgeschnittene Mikrofonkabel wieder zu flicken und einen Löffel unter größter magischer Anstrengung im Mund bei einer Drehung zu einer Gabel zu verwandeln, wurden nur noch von seinen Talenten als Maler getoppt. Erkennt doch jedes Kind, dass sein Kunstwerk einen Löwen darstellt. Naja, zur Sicherheit kann man es doch auf der Rückseite nachlesen.

 

Die Künstler pendelten zwischen dem Zauber von OS und dem Polly Esther's hin und her.

 

Oliver

Oliver Müller hat mit diversen Mitteln versucht, sich die Sympathie der Menge zu sichern, nicht zuletzt mit der Ankündigung einer Lokalrunde. Aber wie das auch in der Politik häufig so ist – nicht alle Versprechungen sind haltbar. Nach einer Anekdote über Jürgen Klopps Haartransplantation, anstatt derer sich seine Frau lieber einen Frisörbesuch für ihn gewünscht hätte, landet der Zuhörer mit Olivers Freundin im Outletstore. Auf die Frage, ob ihr die ergatterten Schuhe stehen würden, weiß Oliver natürlich keine Antwort, schließlich kann Mann nicht gleichzeitig Löcher in die Luft gucken und zuhören. „Männer sind halt selten Multi-Tasking-fähig, zum Beispiel zum Lesen beim Kacken!“

 

Thomas

Thomas Schwieger geht es schlecht. Wirklich schlecht. Nicht nur, dass er sich von seiner Umschulung mehr erhofft hat, als Praktikant zu werden und die Firmen ihm Initiativabsagen zusenden. Auch seine Wohnung wurde von Sixt gekündigt und der Kleintransporter letztendlich zurückgefordert. Schon sein ganzes Leben wurde er gehänselt, weil er dünn und schlaksig ist, aber zumindest hat er Freunde, die ihm gute Ratschläge verpassen: „Schaff dir doch einen Hund an, der mag Knochen!“. Selbst die Wohnungstür seiner Freunde hat nur die besten Absichten, verpasst ihm aber eher unkontrollierbaren Brechreiz: „Hier kuscheln Björn und Inken!“.

 

Tobias

Dem Schornsteinfeger Tobias Rentzsch aus Paderborn geht es nur dezent besser, aber zumindest besitzt er einen richtigen Job. Dass er aber auch manchmal unangenehm sein kann, liegt eigentlich nur an seinem Chef. Denn der hat das Glück, unliebsame Kunden einfach an Tobias weiterzugeben. So stiefelt er morgens hinter älteren Damen in kurzen Nachthemden die Treppe herauf, Stockwerk um Stockwerk, bis sich versteckte Cent-Münzen auf dem Boden offenbaren, die von besagter Frau natürlich aufgehoben werden. Die Abende verbringt Tobias dafür gerne auf Studentenpartys, bei denen früher oder später immer die Frage auftaucht, was er denn studiere. Auf seine ehrlichen Antworten folgt immer der gleiche Ritus „Waaas? Eeeeecht? Und was machst du da so?“. Dafür hat er auf solchen Feiern aber auch viel gelernt, der beste Hüftschwung des Abends stammt definitiv von ihm.

 

Inge

Die Irre Inge studiert mit einem Enthusiasmus, der geschätzt 80% der Studenten unterwegs abhanden gekommen ist. Für die Fragen, die in jeder Vorlesung gestellt werden: „Ist das Klausurrelevant?“ hat sie verständlicherweise nur Hohn und Spott übrig. Aber Durchhaltevermögen – das kann sie. Die Kunstunis, die sie jeweils schon 10 Mal abgelehnt haben, bekommen jedes Jahr wieder Post von ihr, schließlich kommen die hart erarbeiteten Mappen wieder zurück. Wäre ja zu schade, die zuhause verstauben zu lassen. Durchgehalten hat sie auch ihre Zeit bei der Marine auf der Gorch Fock bzw. „George Fuck“. Das Resultat aus ihrem Schlafplatz in der Hängematte unter der Decklampe zeigt sich noch heute, sobald eine helle Lampe auf sie gerichtet wird, schläft sie ein. Zum Glück nicht an diesem Abend, da war sie sehr aufgeweckt. Die Beleuchtung war allerdings auch gemütlich.

 

Siegerin des goldenen Klappspaten von Osnabrück

Abgerundet hat den Abend die tolle Moderation von Falk, dem Sozialarbeiter, der jede kleine Pause mit einer eigenen kleinen Geschichte aufgewertet hat. Den Preis, einen Klappspaten, hat Tahnee für sich gewinnen können, verdient hätten ihn jedoch alle Teilnehmer – für den gelungenen Abend.

Auch das organisatorische Konzept zweier Locations ging auf. Mit wenigen kleinen Unregelmäßigkeiten ging alles und jeder doch zuverlässig über die Bühne. Es bleibt zu hoffen, dass der Kleine Comedy Slam im nächsten Jahr in eine weitere Runde startet.