• Studentenleben Osnabrück
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Der Geographiestudent von heute ist der Taxifahrer von morgen. Ein hervorragender Orientierungssinn und ein ebenso gutes Allgemeinwissen prädestinieren ihn gerade zu dafür. Schließlich macht er nach der landläufigen Meinung in seiner Studienzeit vor allem eins: Hauptstädte, Flüsse und Gebirge auswendig lernen.

Wer auf diesem Standpunkt beharrt, verkennt, was die Geographie zu einem der großartigsten Studienfächer überhaupt macht: sein breit gefächertes Angebot. Denn nicht nur Naturwissenschaftler werden mit der Erforschung von Klimazonen und Naturereignissen ihre Erfüllung finden, sondern auch Gesellschaftswissenschaftler, die sich mit ökonomischen, ökologischen und politischen Veränderungen unserer Welt befassen. Doch was wäre alle graue Theorie ohne Praxisbezug? Gerade hier lässt der Geograph Studenten anderer Fächer vor Neid erblassen: Es locken Metropolen wie Shanghai und New Orleans, prächtige Landschaften auf La Palma und in den Alpen und exotische Länder wie Malawi, Island oder Albanien. Reiseziele, die dem gemeinen Pauschaltouristen wohl vorenthalten bleiben.

Aber nicht nur in der Ferne, sondern auch vor der eigenen Haustür findet der Osnabrücker Geograph gute Studienbedingungen vor. Im Schatten des Schlosses würde der geneigte Stadtgeograph glatt von einer 1a-Lage sprechen, in der die Lehrräume, Mensa und Party-Locations in unmittelbarer Umgebung liegen. Im vergleichsweise kleinen Institut herrscht unter Lernenden und Lehrenden ein persönlicher Umgangston, der Einstieg und Selbstverwirklichung vereinfacht.

Doch auch in der wunderbaren Welt des vermeintlichen Universaldilettanten zählt am Ende vor allem eines: der schnöde Mammon. Wer sich später nicht als Taxifahrer verdingen will, hat zwei Optionen: das Lehramt wählen oder Schwerpunkte setzen, sei es durch einen Fachmaster mit wirtschaftlichem oder physischem Bezug oder durch die Wahl eines geeigneten Nebenfachs bereits zu Studienbeginn. So muss der Geograph im harten Kampf um Lohn und Brot später keinen Vergleich scheuen, hat vorab jedoch schon die schönsten Orte der Welt bereist.

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In der Serie das Studentenleben der Anderen stellen Studis ihre Fächer vor. Die Texte verraten nicht nur Erstis und Interessenten, was die Friedensstadt uns zu bieten hat, sondern auch älteren Semestern, was ihre Kommillitonen eigentlich den ganzen Tag lang so (nicht) tun.