• Studentenleben Osnabrück
  • Studentenleben Osnabrück

 Ein Artikel von Henrike Post

„Mit der Politik verhält es sich, wie mit der Bundesliga: Keiner hat Ahnung, aber alle wollen mitreden“

Der typische Politikstudent ist schon ein Widerspruch in sich, denn den klassischen Politikstudenten gibt es nicht. Ob konservativ oder kommunistisch. liberal oder sozialistisch, das politische Spektrum unter den Studierenden ist breit und genauso unterschiedlich ist auch die Gestaltung des Studiums: Bachelor in 6 Semestern oder Bologna den Rücken kehren und sich nichts aus Regelstudienzeit machen? Alles ist möglich, solange man Helmut Kohl im Hinterkopf behält: „Entscheidend ist, was hinten rauskommt!“

 

Vor dem Studium:

Eines sollte man sich, bevor man sich für ein Studium der Politik- oder Sozialwissenschaften entscheidet, bewusst machen - Lehramtsstudenten sucht man am Fachbereich 1 der Universität Osnabrück vergebens. Das merkt man spätestens in der Ersti-Woche, wenn sich herausstellt, dass man Soziologie und Latein auf Gymnasiallehramt in Osnabrück leider nicht studieren kann und man dafür zur Uni Bielefeld wechseln müsste. Wer diesem Schicksal entgehen möchte und sich somit vielleicht doch dazu entscheidet, den Lehramtswunsch über Bord zu werfen und in Osnabrück bleibt, darf sich mitunter weitere Warnungen der Dozenten anhören: „Wer nicht regelmäßig Zeitung liest, ist hier falsch“. Aber hier gibt es Gott sei Dank keinen Grund für Verunsicherung, schließlich ist ein Titanic-Abo gar nicht so teuer und sollte für jeden erschwinglich sein.

 

Im Studium:

Wer die Ersti-Woche überstanden hat, kann frohen Mutes ins erste Semester starten und sich prompt darüber freuen, dass es Freitags keine Pflichtveranstaltungen gibt. Es bleibt also genügend Zeit, sich neben dem Studium in Hochschulgruppen oder der Fachschaft zu engagieren und mit genügend Kaffee und Club Mate ist es durchaus auch zu schaffen, Montags schon um 14 Uhr die erste Vorlesung zu besuchen.

„Wissenschaftliches Arbeiten“, „Empirische Sozialforschung“ oder „Einführung in die Politikwissenschaft“  -  das sind unter anderem die klassischen Ersti-Veranstaltungen. Klingt langweilig? Ist es auch, ändert sich aber in der Regel ab dem dritten Semester, denn von nun an kann man thematische Schwerpunkte setzen; und Seminare mit weniger als 20, manchmal sogar weniger als 10 Teilnehmern besuchen zu können, ist keine Seltenheut. Luxusbedingungen im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen.

 

Nach dem Studium:

„Was machst du eigentlich mal damit?“ – Diese Frage kennt wohl jeder Student der Politikwissenschaft und die Antwortmöglichkeiten sind vielfältig: Der eine geht in die Forschung, der andere versucht sich im Journalismus oder man bleibt einfach an der Uni – nur eines werden die wenigsten: Politiker.

 ___

In der Serie das Studentenleben der Anderen stellen Studis ihre Fächer vor. Die Texte verraten nicht nur Erstis und Interessenten, was die Friedensstadt uns zu bieten hat, sondern auch älteren Semestern, was ihre Kommillitonen eigentlich den ganzen Tag lang so (nicht) tun.