• Studentenleben Osnabrück
  • Studentenleben Osnabrück

Warum Kunstgeschichte? Was macht man damit überhaupt? Warum nicht BWL oder Jura? Natürlich musste ich mir diese Frage schon mehr als ein Mal anhören, aber seien wir doch mal ehrlich: Es gibt genug gute Betriebswirte und Juristen in Deutschland. Warum also sollte ich etwas machen, mit dem ich mich nicht identifizieren kann? Ich mache stattdessen lieber etwas, für das mein Herz wirklich schlägt. Kunstgeschichte.

Kunst ist ein Produkt, das aus Kreativität, Wissen, Wahrnehmung und Vorstellung entsteht. Kunst ist quasi ÜBERALL. Zugegeben, dass weiß ich auch erst seitdem ich studiere, aber es stimmt tatsächlich. Nehmen wir ein kleines Bespiel: Der Ipod. Jeder kennt ihn und der Großteil hat wahrscheinlich auch einen zuhause rumliegen. Doch die wenigsten werden wissen, dass er von dem englischen Produktdesigner Jonathan Ive entworfen wurde und einen Meilenstein in der Entwicklung von elektronischen Artikeln gesetzt hat.

Wir Kunsthistoriker sorgen dafür, dass alles was in irgendeiner Art und Weise Kunst ist, analysiert und festgehalten wird. Doch was macht man während des Studiums eigentlich? Du setzt dich mit verschiedenen
Kategorien aus Malerei, Architektur, Graphik, Skulptur, Kunsthandwerk auseinander. Dazu kommen noch Themenbereiche wie Städtebau, Landschafts- und Gartenkunst sowie Fotografie, Film und elektronische Medien (Video, Computer), die du in unterschiedlichen Proseminaren bearbeitest. Das Gute daran: Es gibt keine Klausuren. Also keine stressige Lernphase, in der du dir alles in den Kopf haust, um es dann in der Prüfung aufzuschreiben und den Großteil danach zu vergessen. In der Kunstgeschichte bestehen die Prüfungen aus Präsentationen und Hausarbeiten. Außerdem fahren wir auf Exkursionen und müssen ein Praktikum, insgesamt 12 Wochen, absolvieren.


Meine Kommilitonen/innen und ich haben festgestellt, dass wir während des Studiums viel mehr gelernt haben, als wir uns zuvor erhofft hatten. Durch die Auseinandersetzung mit der Kunst lernt man, die Umwelt anders wahrzunehmen. Eigenschaften, die dir in deinem Alltag vorher nie aufgefallen sind, lernst du zu wertschätzen und verstehen. Dadurch öffnen sich neue Wege, Probleme zu lösen. Mit Hilfe der Kunst kannst du außerdem ein besseres Verständnis für historische Ereignisse entwickeln. Du lernst, die Geschichte auf eine andere Art und Weise wahr zu nehmen und so Geschehnisse der Gegenwart souveräner zu deuten.


Und wo arbeiten wir nach dem Studium? In Deutschland gibt es über 1600 Kunstmuseen, die zu den beliebtesten Arbeitsbereichen von Kunsthistorikern gehören. Wir können aber auch in anderen Gebieten arbeiten: Galerien, Auktionshäuser, Zeitschriften, Magazine, Archive, Stiftungen und Fördervereine, Kulturorganisationen, Universitäten ... in all diesen Bereichen sind Kunsthistoriker tätig. Abschließend sollte gesagt sein, dass Kunstgeschichte einer der Studiengänge ist den man nur belegen sollte, wenn man Interesse und Leidenschaft für Kunst mitbringt. Wenn du das tust, wirst du auf jeden fall erfolgreich sein.

___

In der Serie das Studentenleben der Anderen stellen Studis ihre Fächer vor. Die Texte verraten nicht nur Erstis und Interessenten, was die Friedensstadt uns zu bieten hat, sondern auch älteren Semestern, was ihre Kommilitonen eigentlich den ganzen Tag lang so (nicht) tun.