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Ein Kommentar von Henrike Post

Heute Abend endete das „Duell der Hochschulgruppen“ nach 1 1/2 stündiger Diskussion mehr oder weniger befriedigend für alle Beteiligten.

Während sich Spaß und Geselligkeit und die Kleinen Strolche von der Diskussionsrunde fern hielten, entsandten alle anderen Hochschulgruppen eine/n ihrer Kandidierenden um 18 Uhr ins Juridicum, um sich den Fragen der Studierenden zu stellen.

Zum Duell traten an: Grüne Hochschulgruppe, Jusos und Unabhängige, Junge Union Hochschulgruppe, HTW + Friends, sowie die Liberale Hochschulgruppe.

Auf Basis der Aussagen in der Vorstellungs- und Abschlussrunde des Duells sind im Folgenden die wichtigsten Standpunkte der aktuellen Wahlprogramme der Hochschulgruppen zusammengefasst:

-  Grüne: wollen kein Niedersachsenticket, da die Kosten dafür nicht für jeden Studierenden tragbar sind; Verbesserung der Studienbedingungen; Ökologie und Nachhaltigkeit fördern; Förderung des Ehrenamtes; bessere Zusammenarbeit zwischen AStA und StuRa; Einhaltung des Gremienfensters.

-  Jusos und Unabhängige: Aufdecken diskriminierender Strukturen zum Beispiel durch Einrichtung einer „Ombudsstelle“; mehr Transparenz der Arbeit des Studentenwerkes; Unterstützung der Initiativenvielfalt; gegen Kommerzialisierung der Hochschulpolitik.

-  Junge Union: für ein Niedersachsenticket; generell für mehr „Sachthemen und Realpolitik“.

- HTW + Friends: Einrichtung eines Service- und Management-Referates im AStA; Meinungen der Studierenden bezüglich des Semestertickets berücksichtigen; mehr Kooperation zwischen Universität und Hochschule; Stabilisierung des Haushaltes der studentischen Selbstverwaltung.

-  LHG: „Optionsmodell“ des Semestertickets denkbar; Eindämmung der Kosten für das Fairytale Festival; besserer Service für Studierende zum Beispiel im Bezug auf Studentenwohnheime oder durch Geldautomaten in den Mensen.

Die Themenvielfalt, die sich in der Vorstellungsrunde bot und Lust auf interessante Diskussionen machte, verschwand leider schnell, als die offene Fragerunde für das Publikum eröffnet wurde. Die Thematik rund um das Semesterticket wurde zum Dauerbrenner der ersten Hälfte des Abends. Zwar gaben sich die Kandidaten redlich Mühe, Geduld zu bewahren, auch wenn sie bei der x-ten Wortmeldung wieder auf die immer gleichen Fragen reagieren mussten – doch die Tatsache, dass das Publikum zum Großteil aus Angehörigen der verschiedenen Hochschulgruppen bestand, trug nicht gerade zu konstruktiven Fragen bei und die Aufforderung „Fragen, keine Statements, bitte“ seitens der Diskussionsleitung durch Alexander Pohl änderte daran auch nicht viel. Zeitweise wirkte es so, als würde pro Partei nicht ein Kandidat an dem Duell, sondern direkt seine ganze Hochschulgruppe teilnehmen und so war es kein Wunder, dass sich einer der Zuschauer offen fragte, ob er hier wirklich „beim Duell der Hochschulgruppen“ gelandet sei, in dem es darum gehen sollte, Fragen, die die Studierenden direkt betreffen, zu beantworten.

Keine Frage, das Semesterticket betrifft nun wirklich jeden Studierenden und hat somit volle Berechtigung, im Wahlkampf thematisiert zu werden, doch sollten die Standpunkte der Parteien dazu nicht erst seit dieser Wahl bekannt sein. Themen, die auf den Flyern der Hochschulgruppen beworben wurden, kamen leider zu kurz, unter anderem:

Was passiert mit dem geplanten Studierendenzentrum und was wird aus dem Glanz & Gloria?

Was möchten die Hochschulgruppen tun, damit so etwas wie „Zahlungsunfähigkeit des AStA nicht noch einmal passiert?

Der Fokus lag heute Abend definitiv auf anderen Themen, die sich aber im Verlauf der Diskussion als nicht weniger interessant erwiesen.

Die Diskussion rund um die Zivilklausel wurde in der Frage- und auch Diskussionsrunde aufgegriffen, schließlich ist diese doch gerade aufgrund der gerade aufgekommenen Information über militärische Forschungen an Universität und Hochschule (wir berichteten) wieder ins Gespräch gekommen. Die Junge Union und auch die LHG konnten sich zu dieser Thematik leider nur bedingt äußern. Sie hatten sich zuletzt „eher wenig“ mit dieser Thematik befasst. HTW forderte, es dürfe keine „bedingungslose Zivilklausel“ geben und brachte gleichzeitig auch die Idee ein, Studierende in die Ethikkommission der Universität zu entsenden.

Ein weiteres Thema, das zur Diskussion anregte, war das des „Sponsoring“. Die Frage danach, ob zum Beispiel eine AStA-Zeitung mit Werbung versehen werden dürfe, brachte unterschiedliche Positionen auf den Tisch. Die Grünen sprachen sich klar dagegen aus, da es dem Gedanken einer „Solidargemeinschaft“ widerspreche. HTW konnte dies zwar nachvollziehen, forderte aber, dieses Thema nicht zu einem Tabu zu machen. Es komme immer darauf an, durch wen und in welchem Ausmaß Werbung gemacht würde.

Insgesamt boten sich den Zuschauern einige interessante Auseinandersetzungen zwischen den Hochschulgruppen, deren Kandidaten sich mal mehr, mal weniger aktiv in die Diskussion mit einbrachten. Leider ließ die Kürze des Duells und die mangelnde Resonanz auf das Duell unter den Studierendenes es nicht zu, weitere Aspekte zu thematisieren und es bleibt zu hoffen, dass die Größe des Publikums am heutigen Abend keine Rückschlüsse auf die Wahlbeteiligung der nächsten zwei Tage zulässt. In diesem Sinne: Geht wählen!