• Studentenleben Osnabrück
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Unsere Mensa verkauft "fair gehandelten" Kaffee. Das Fleisch ist in der Regel aus "artgerechter Tierhaltung". Dafür wurde sie sogar ausgezeichnet. Doch immer mehr Etiketten sollen uns vor allem täuschen. Wir zeigen euch, was wirklich Bio ist (und was das überhaupt bedeutet) und wovor ihr euch in Acht nehmen solltet.

„In einem gesunden Körper wohnt ein gesunder Geist“ (Juvenal)

Auch heutzutage versuchen gerade wir jüngeren Leute immer mehr, unseren Körper und Geist in Einklang zu bringen. Da nachweislich belegt wurde, dass Ernährung dabei eine große Rolle spielt, greifen wir vermehrt auf gesunde und vielversprechende Bio-Produkte zurück. Nicht nur, dass wir uns selbst etwas Gutes tun wollen, auch für die Nachhaltigkeit des Planeten scheint gesorgt zu sein. Frohlockende Werbeversprechen wie „Aus kontrolliert biologischem Landbau“ und „Ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ spornen unseren Enthusiasmus weiter an.

Eine Intrige der Konsumgesellschaft?

Dabei ist es gerade für uns finanzschwache Studenten immer wieder eine Überwindung unserem guten Gewissen nachzugehen und die unvermeidlichen Extra-Euros zu investieren. Aufgrund dessen stellt sich die Frage, ob denn wenigstens überall, wo Bio drauf steht, auch Bio drin ist, oder ob unser „gesunder Geist“ nur einer weiteren Intrige der Konsumgesellschaft auf den Leim geht. Wenn wir uns schon für eine bewusstere Lebensweise entscheiden, dann auch richtig. Zumal die Bandbreite zum Thema Bio an Komplexität stetig zunimmt und die Diskussionen ins Unermessliche reichen, wird an dieser Stelle auf ein paar grundlegende, jedoch im Alltagsleben hilfreiche, Tipps reduziert.

Um sich als Konsument nicht völlig überfordert und unbedarft zu fühlen, sollte man sich zunächst über seine Intention, Bio zu kaufen, klar werden. Will ich Bio meiner Gesundheit zuliebe kaufen oder möchte ich einen kontrollierten und nachhaltigen Anbau gewährleisten? Denn Bio bedeutet nicht zwingend, dass die Lebensmittel automatisch besser schmecken und mehr Nährstoffe enthalten. Die Bio-Verordnung dient als Grundlage einiger Mindeststandards, die bei der Produktion eingehalten werden müssen (keine Gentechnikprodukte, keine Pestizide, keine synthetischen Dünger, dafür flächengebundene, artgerechte Tierhaltung und Fütterung mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika), was wiederum langfristig der Gesundheit zugutekommt. Regionalität und Verzicht auf Plastik sind ebenfalls sehr wichtige Punkte um nachhaltig zu konsumieren.

Das richtige Siegel

 Desweiteren sollte man, wenn man ethische und ökologische Aufarbeitung sicherstellen will, auf die richtigen Siegel achten. Mit den Jahren haben sich etliche, vermeintliche Bio-Etiketten in den Lebensmittelregalen eingeschlichen und es fällt schwer, die richtige Wahl zu treffen. Auf welche Kennzeichen ist also Verlass? Kleine Erleichterung: Die Begriffe Bio, Öko und "aus kontrolliert biologischem Anbau" sind im Lebensmittelbereich geschützt, müssen dementsprechend den ökologischen Mindeststandards gerecht werden (Ausnahmen sind dagegen die Bereiche Kosmetik und Kleidung). 100% Qualität, rein natürlich, aus kontrolliertem Anbau (ohne biologischen Zusatz) und ähnliche Floskeln sind dagegen herstellereigene Qualitätsversprechen und haben, außer den Preis in die Höhe zu treiben, keine weiteren Auswirkungen auf Gesundheit oder Nachhaltigkeit (nähere Informationen auf www.label-online.de/).

Die beiden wichtigsten Siegel sind zum einen das EU-staatliche Bio-Siegel (hellgrünes Blatt aus zwölf Sternen), sowie das deutsche Bio-Siegel (grün-schwarz-weißes Sechseck mit Bio Schriftzug).  Produkte mit diesen Aufschriften beinhalten die gesetzlich höchstgesicherten lebensmittelrechtlichen Standards. Ein weiteres Logo-unseres-Vertrauens ist das Sozial-Siegel Fairtrade. Es sichert für Bauernfamilien und Plantagenangestellten in Entwicklungsländern nachhaltig verbesserte Lebens- und Arbeitssituationen. Also kurz um: Ohne unabhängige Zertifizierung, keine Bio-Garantie!

Bio in Osnabrück

In Osnabrück hat sich mittlerweile als einer der zentralsten und größten Biomärkte "denn’s biomarkt"  etabliert (Weidenstraße 20/Ecke Adolfstraße (im Weidencarrée) Stadtteil Wüste). Studentenfreundlich bieten sie dort jeden Mittwoch 6% Rabatt bei Vorlage eines gültigen Studentenausweises an. Das Sortiment besteht größtenteils aus regionalen Produkten und wer noch Probleme hat, sich in der Bio-Welt zurecht zu finden, kann sich problemlos an das freundliche, kompetente Personal wenden.

Neben Biomärkten zählen Reformhäuser ebenfalls nach wie vor zu den qualitätssichernden Quellen. Um Bio zu erhalten kann man mittlerweile aber auch in konventionellen Märkten fündig werden. Beispielsweise bietet dm ein großes Spektrum an zertifizierten Bio-Produkten ihrer Partnermarke alnatura an, die im Preis-Leistungsverhältnis für Studenten allemal charmant erscheinen. Genauso haben die meisten Discounter eine eigene Bio-Marke. Unterschiedliche Leistungsstandards sind hier nicht auszuschließen, doch sofern die entsprechenden Siegel verzeichnet sind, ist überall wo Bio drauf steht, auch Bio drin!

Wer sich darüber hinaus weiter informieren möchte - es werden dort beispielsweise auch häufig neue Mitarbeiter gesucht (dann kann man seinen Einkauf gleich kompensieren) - kann dies auf http://www.denns-biomarkt.de/ tun oder allgemein zum Thema Bio die Seite http://www.oekolandbau.de/bio-siegel/ besuchen.