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Installation temporärer Mahnmale des Künstlers Volker-Johannes Trieb sorgt für Aufmerksamkeit

 

Vor ein paar Tagen standen sie plötzlich da. Längliche, vierkantig gesägte Hölzer mit Einkerbungen und Einschnitten bestückt mit Sprüchen wie „wir zerstören und töten um uns zu retten“ oder „neben mir wird einem Gefreiten der Kopf abgerissen“ tauchten an verschiedenen Orten in der Stadt auf. Auch an der Uni-Mensa am Schloss, dem Caprivi-Campus der Hochschule und der Mensa am Westerberg wurden sie platziert. Während sich zunächst die Bürger wunderten was es damit auf sich hat, hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass diese Einzelteile der Kunstinstallation 'Damals nicht, jetzt nicht, niemals' des Osnabrücker Künstlers, Keramikers und Bildhauers Volker-Johannes Trieb sind.

 

Temporäre Mahnmale für vier Jahre

Bei den Hölzern handelt es sich um bearbeitete Eichenstämme aus der Region um die französische Gemeinde Hirtzbach im Elsass, die Ort von Gefechten im Ersten Weltkrieg war. Die herausgesägten Stücke weisen Spuren von Granat- und Geschoss-Einschlägen auf und erinnern als temporäre Mahnmale an den Krieg der sich in diesem Jahr zum 100. Mal jährt. Temporär heißt in diesem Zusammenhang, dass sie für vier Jahre an den Orten verweilen sollen, was der Dauer dieses Krieges entspricht. 32 Stück sind es, die gleiche Anzahl wie es Unterzeichnerstaaten der Versailler Friedensvertrages gab.

Die angebrachten Aufschriften in dickem Eisenblech sorgen bereits nach wenigen Tagen für Aufregung, Diskussion und Beschwerden. Er wolle damit nicht provozieren im eigentliche Sinne erklärte uns Volker-Johannes Trieb. Aber die Zitate aus dem Antikriegsroman des in Osnabrück geborenen Schriftstellers Erich Maria Remarque sollen über die Verstörung im ersten Moment die Leute zum Nachdenken bewegen - zum Nachdenken auch in Bezug auf aktuelle Kriege und dass Frieden schaffen ein fortwährendes Thema ist.

Die Idee für das Projekt hatte der 48jährige bereits vor fünf Jahren. Ein Holzhändler hatte ihm die Stämme angeboten, die für andere Verwendung aufgrund ihres Zustandes nicht in Frage kamen. Im letzten Oktober bekam er sie dann geliefert und begann mit der Bearbeitung. „Das Projekt wurde vom Kulturausschuss einstimmig angenommen, ist aber rein privatwirtschaftlich finanziert“, erläuterte er uns im persönlichen Telefonat. „Jedes Holz hat einen eigenen finanziellen Paten“, so Trieb weiter.

 

weitere Installationen in Essen und Berlin geplant

Neben dieser Ausstellung in Osnabrück, wird es von Volker-Johannes Trieb auch bei ThyssenKrupp in Essen ab dem 28. Juli eine Installation geben. Dort werden ebenfalls 32 kleinere Hölzer auf einer abgegrenzten Fläche platziert, um daran zu erinnern, dass der Erste Weltkrieg der erste industriell geführte Krieg war. Auch in Berlin plant Trieb ein Kunstprojekt, dessen Ausgestaltung und Umsetzung jedoch noch nicht klar ist.