• Studentenleben Osnabrück
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04.05.2016

Vortrag der Tierrechtsinitiative

Genau eine Woche ist es her, dass die Tierrechtsinitiative Osnabrück die Veranstaltung „Fleischvermarktung – die Werbestrategien der Tierindustrie“ organisiert hatte. Frederike Schmitz, die aktuell an der Freien Universität Berlin als Postdoc tätig ist, war dazu als Dozentin eingeladen worden und erzählte über die verschiedenen Methoden der Fleischindustrie, die durch Werbung und vorgetäuschte Transparenz versuchen, dem Verbraucher einen Einblick in die Massentierhaltung zu gewährleisten.

 Bereits im Vorfeld hatten sich einige Studenten der Agrarwissenschaften, die die Facebookpräsenz „Massentierhaltung aufgedeckt“ betreiben, dazu verabredet, die entsprechende Veranstaltung zu besuchen und mögliche Halbwahrheiten oder „Lügen der Veganer“ - wie es bei Jodel hieß – aus ihrer Perspektive aufzudecken.

 Nachdem die Dozentin ca. 45 Minuten über die verschiedenen Methoden der Fleischindustrie gesprochen hatte und u.a. das „Weglassen“ von Fakten, wie bspw. das Enthornen von Kälbern oder die Kastration von Ferkeln ohne jegliche Betäubung, sowie auch das Verschönern von Fotos durch kurzzeitiges Hinzugeben von Beschäftigungsmaterialien usw. kritisiert hatte und dabei auch mit Beispielen der Osnabrücker Gruppe „Massentierhaltung aufgedeckt“ argumentierte, gab es die Möglichkeit zur offenen Diskussion.

Hier ließen sich die Studenten, die zum größten Teil aus Haste kamen, nicht lange bitten. Neben Argumenten wie „Durch Veranstaltungen dieser Art verlieren wir unseren Job, wir Landwirte haben es sowieso schwer genug!“, „das ist auch alles eine Kostenfrage! Tierfreundliche Fleischproduktion ist einfach unwirtschaftlich.“ oder „man kann die Bedürfnisse von Schweinen nicht mit denen von Wildschweinen vergleichen!“ kamen dabei jedoch kaum wissenschaftlich belegte Argumente ins Spiel. Selbst ein sehr ironisches Lob der Veranstaltung wurde vorgebracht und wirkte im Gesamtzusammenhang ein wenig zynisch. Auch die Dozentin hielt sich mit Äußerungen zurück, da die Studenten, die der Fleischindustrie positiv gegenüber stehen, deutlich in der Überzahl waren und sich auf keinerlei produktive Gespräche einließen.

Zum Abschluss der Diskussion ließ sich dann noch ein Agrarscout nicht lange bitten und reichte eine Liste herum, in die man sich bei Interesse an einer organisierten und begleiteten Hofbesichtigung eintragen konnte.

 

Als Endergebnis lässt sich festhalten: Die Fronten zwischen Omnivoren und Veganern/Vegetariern scheinen so verhärtet zu sein, dass eine produktive Diskussion nur sehr schwer entstehen kann. Nötig wäre theoretisch ein Kompromiss beider Seiten, der jedoch vermutlich nie zu Stande kommen wird. Für die einen ist Fleisch ein Muss auf dem Teller, für die anderen schlichtes „Leichengewebe“ mit Ekelfaktor und Umweltalptraum.

Der nächste Veranstaltung der Tierrechtsinitiative Osnabrück ist die Vorführung des Films „Cowspiracy“ am 24.05.2015 um 20:00 im Raum 15/E10 im Rahmen des Unikinos. Der Eintritt ist wie immer frei.

 

 

Für mehr Informationen:

Massentierhaltung aufgedeckt

Tierrechtsinitiative Osnabrück

Autor: Laura