• Studentenleben Osnabrück
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30.05.2016

"Und was kannst du später mal damit machen?"

Es gibt da diese eine Frage, die mir immer wieder gestellt wird und fast alle von uns haben sie sicherlich schon einmal gehört. Auf Familienfeiern, Klassentreffen und Partys. Manchmal klingt in ihr Skeptik mit, manchmal Verwunderung und manchmal aufrichtiges Interesse. Worum es eigentlich geht? Die Frage „Und was kannst du später mal damit machen?“

 

Es handelt sich um eine Frage, die sich auf mein Studium bezieht. Denn studiert man etwa Jura oder Lehramt, so haben Familie und Freunde meist ein sehr genaues Bild von dem Berufsweg, der einen erwartet. Ich aber bin Geisteswissenschaftlerin und beschäftige mich mit einer Mischung aus Sprache, Literatur und Kultur. Damit sind meine Berufsmöglichkeiten nicht ganz offensichtlich und ich werde immer wieder auf sie angesprochen.


„Und was kannst du später mal damit machen?“
Vielleicht klingt es, als sei ich von dieser Frage genervt oder gar verärgert.
So ist es aber nicht. Tatsächlich hat sie mich eine ganze Weile lang eher verunsichert und mir Sorgen bereitet. Ehrlich gesagt war die Wahl meines Studiums eine reine Herzensangelegenheit. Gedanken habe ich mir in erster Linie darüber gemacht, ob ich an ihm Freude haben würde – nicht, welche beruflichen Möglichkeiten sich damit für mich auftun. Erst im Laufe des Studiums sah ich mich immer wieder mit dem Begriff „brotlose Kunst“ konfrontiert. Und natürlich dem Witz über den Geisteswissenschaftler, der später Taxifahrer wird. Scherze wie diese haben mich scheinbar schon beeinflusst, denn ab einem bestimmten Punkt habe ich mich selbst gefragt, ob mein Studium vielleicht wirklich ins Nichts führt.


„Und was kannst du später mal damit machen?“
Mittlerweile zucke ich bei dieser Frage jedoch nicht mehr innerlich zusammen. Tatsächlich kann ich sie nun nicht einfach nur beantworten, sondern sogar eigene Präferenzen nennen. Aber was hat sich geändert?
Ich denke, es müssen die verschiedenen Praktika gewesen sein, die mir gezeigt haben, dass ich mein im Studium erworbenes Wissen tatsächlich in unterschiedlichen Tätigkeitsfeldern anwenden kann. Mir ist deutlich geworden, dass ich vielleicht nicht alles kann, was ich gerne möchte, aber doch bei Weitem mehr als anfangs gedacht. Inzwischen bin ich mir sicher, dass ich, wie alle anderen Studenten, meinen Weg gehen werde. Und wenn ich besagte Frage heute beantworte scheint es mir, als sei manch einer doch positiv von den vielseitigen Möglichkeiten überrascht, die ich mittlerweile aufzuzählen weiß.

Um dieser Frage also aus dem Weg zu gehen bzw. um kontern zu können, lohnt es sich immer, sich Gedanken um mögliche berufliche Perspektiven zu machen. Kümmert euch frühzeitig um Einblicke in die verschiedenen Bereiche und bringt eure Verwandten aus der Fassung, statt unsicher irgendwelche Möglichkeiten aufzuzählen.

 

Foto: geralt / CC0 1.0

Autor: Annika