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06.09.2015

Studentenküche - Teil 1

Für manche ist Essen zu manchen Zeiten eine zeitkostende naturgegebene Notwendigkeit. Eine nicht zu ändernde Tatsache, damit der Körper Energie gewinnt; damit der Mensch überhaupt „funktioniert“. Manch einer, wie zum Beispiel der Amerikaner Rob Rhineart, scheint die orthodoxe Art der Nahrungsaufnahme derart gegen den Strich zu gehen, sodass er nach Lösungen strebt. Im Fall Rhineart war das die Erfindung von Soylent, einem Shake, der angeblich alles enthält, was der Körper braucht (https://www.soylent.com). So kann man die Zeit sinnvoller verschwenden als mit Einkaufszetteln schreiben, zum Rewe City am Arndtplatz fahren (Natürlich geht auch jeder andere Supermarkt oder ein Discounter, Wochenmarkt etc.), das Essen vorbereiten, zubereiten, die Reste aufbereiten und natürlich das nach dem wegen Konversationen ewig dauernde Festmahl das noch ewiger dauernde und noch nervigere Spülen (wenn man eine Spülmaschine hat, muss das Ein-und Ausräumen auch nicht gerade ein – um in der Wortfamilie zu bleiben - Genuss) sein. DIE ZEIT schreibt, für Rhineart wäre das Essen ein Bug gewesen, den es zu beheben galt (http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2014-10/soylent-getraenk-food-hacking-rob-rhinehart).

Soylent ist gewiss die radikalste Lösung, die Mittelweg ist die Ravioli aus der Dose und all ihre Konservenfreunde. Der Faktor Zeit scheint also der größte Konkurrent vom Faktor Genuss zu sein. Soll der Faktor Zeit den Faktor Genuss besiegen? Mit diesem Artikel starten wir eine Serie, die versucht diese beiden Feinde – Zeit und Genuss – unter einen Hut zu bringen. Und da wir ja Studis sind, muss unter den Hut auch noch der Faktor Geld passen. UND ein Faktor fehlt noch, für den es eigentlich einen neuen eigenen großen Zylinderhut bräuchte, so wie der englische Ex-Premierminister Winston Churchill ihn gerne trug, der einmal gesagt hat: „Man soll dem Leib etwas Gutes bieten, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen.” Der letzte Faktor ist demnach Gesundheit. Denn so schön das Wort „Konserve“ auch von „konservieren“ abgeleitet ist, so schlecht bleiben jedoch die Vitamine in diesem Plastikkokon erhalten. Es sollen hier also Rezeptideen präsentiert werden, die unter den Prämissen „möglichst wenig Geld“ und „,möglichst wenig Zeit“ trotzdem noch gut schmecken und gesund sind.

 

Den Anfang soll hier eine Frühstücksidee machen. Unter dem deutschen Namen Haferbrei bekannt, aber in der sprachlichen Erscheinungsform auch von vielen vorurteilig verachtet, gewinnt das englische Pardon “Porridge” (Auch “Oats” genannt) stetig an Beliebtheit. Ursprünglich wurde Porridge vor allem in schottischen Arbeiterfamilien verzehrt. Man kann ihn bei uns in vielfältigen Variationen auch als Fertigprodukt erwerben, aber im Fokus dieser Serie steht natürlich das Selbstkochen.

Ihr braucht also zunächst die “Oats”, die blütenzarten Haferflocken. Die bekommt ihr für einen günstigen zweistelligen Centbetrag überall. Die zwei weiteren Basisprodukte sind Milch (oder Getreidedrinks) und etwas Salz. Fertig! Ja, wirklich fertig. Denn alles Weitere ist dann eurer sprudelnden Kreativität überlassen. Ihr kocht einfach die Haferflocken in der Milch mit etwas Salz auf und lasst es 2-3 Minuten abkühlen. Jetzt könnt ihr noch eine Banane reinschneiden, Heidelbeeren, Brombeeren, Erdbeeren etc. reinschmeißen, Nüsse und Rosinen reinwerfen, Chiasamen oder Amaranthpops (Wer die beiden letztgenannten Begriffe nicht kennt, der sollte sie unbedingt googeln) reinstreuen und das ganze geschmacklich mit Kakao oder Zimt abrunden. Probiert verschiedenste Variationen aus. Wichtig: Ihr braucht keinen extra Kristallzucker! Wirklich! Es ist süß genug. So bekommt euer Körper schon parallel mit den ersten Sonnenstrahlen Eiweiß, Kohlenhydrate, Vitamine, Ballast- und Mineralstoffe en masse. Haferbrei gilt als sehr magenschonend und die vielen enthaltenen Ballaststoffe regulieren die Verdauung, machen lange satt und halten den Blutzucker- und Cholesterinspiegel unter Kontrolle.

Obwohl das ganze so schon fast weniger Zeit in Anspruch nimmt als das morgendliche Zähneputzen, gibt es noch eine schnellere Methode. Nein, immer noch kein Fertigprodukt, sondern „Overnight-Oats“. Erklärt sich von selbst. Das ganze beschriebene Kochprocedere verlegt ihr um ein paar Stunden auf den Abend zuvor und stellt euer Porridge über Nacht in den Kühlschrank. Denn es schmeckt warm und kalt gut. Und es schmeckt wirklich richtig gut!

Foto: Daniel Albers

Autor: Josef