• Studentenleben Osnabrück
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26.10.2015

Studentengattungen

Wir alle kennen sie - die verschiedenen Formen von Leuten, die sich an der Uni neben uns in den Vorlesungen aufhalten - oder auch nicht. Wir haben für euch mal ein paar Klischee-Studis unter die Lupe genommen.

1. Der Streber
Er sitzt schon um 7.45 Uhr in der ersten Reihe, Tablet parat, Block und eine gut überlegte Auswahl farbiger Stifte griffbereit. Den Dozenten kennt er natürlich – inklusive dessen vollständigen Lebenslauf. Auch dem Dozenten ist diese Gattung von Student wohl bekannt, er weiß immer und auf jede Frage eine Antwort, hat bereits Monate im Voraus nötige schriftliche Arbeiten abgegeben und ist bis auf die Minute durchorganisiert. Auch die zu besorgende Literatur und sämtliche Skripte sind schon farbig markiert und vollständig gelesen.

2. Der Partylöwe
„Heute 22 Uhr Vortrinken bei mir, dann Freiheit. Bist du dabei?“ - so oder so ähnlich klingt es, wenn der Partylöwe zuschlägt. Seine Überredungskünste sind so ausgereift, dass er keinen Widerstand zulässt. Egal welche Musikrichtung, egal welche Location – er ist immer und überall dabei. Ob Hausparty oder riesiges Event, der Partylöwe hat zwar seine Vorlesungen völlig unstrukturiert, aber ihm entgeht keine Chance zu feiern und ihm sind wirklich alle bekannt. Ob mit oder ohne Alkohol, als Fahrer oder als Entertainer – mit ihm wird es niemals langweilig. Fazit – in Prüfungsphasen bitte möglichst komplett auf Abstand halten, sonst droht der Partysumpf, statt der Lernmarathon!

3. Die Clique
Das erste, worüber in der Vorlesung gequatscht wird, ist bei dieser Gruppe ganz sicher nicht das Skript. „Hast du schon gehört? Der hatte gestern auf der Party was mit der!“ „Boah, echt? Wie kann der nur!“ sind hier oft die Sätze, die man als unbeteiligtes Opfer zwei Plätze weiter mithören darf. Die Clique ist oft (aber nicht immer!) weiblich, und ist so innig verbunden, dass sie den Kontakt nach außen möglichst vermeiden. In der Mensa, in jeder Vorlesung, überall trifft man sie nur im Rudel. Auf Facebook finden sich romantische Fotos – aber nicht mit dem Freund, sondern mit „meinen Mädels“. Die das Leben „unendlich schön“ machen, und „ohne die ich nicht mehr sein kann!“. Denn „uns wird niemals etwas oder jemand trennen! (beliebige Zahl an Herzchensmileys, allerdings nicht weniger als Leute in der Gruppe sind)“ - Außer vielleicht der Schwarm, auf den gleich zwei abfahren, den aber nur eine bekommt. Dann kommt es zu den beliebten „ich hol mir eben Popcorn!“-Momenten, die dem Dschungelcamp sehr ähneln können. Bei Jungs geht’s da eher um „die Olle“, die 'n Date mit „dem Spacko (ehemals besten Kumpel)“ hatte, oder das plötzliche Interesse an einem verfeindeten Fußballverein. Die Gruppengröße ist hier selten größer als zwei und die Zuneigung zueinander wird eher durch zahlreiche „Saufen mit den Homies“/„Bros befor hos“-Fotos geäußert, als durch Liebeserklärungen. Fazit: Wenn ihr selbst Mitglied einer solchen Gruppe seid, solltet ihr euch neben euren „Babüs“ auch für andere Menschen interessieren. Denn kommt es zu einem beschriebenen Drama, steht ihr schnell alleine da.

4. Der „Durchschnittsstudi“
Vor 10 Uhr trifft man sie nur mit Augenringen, die von einer Partynacht stammen. Auch danach sind die Durschnittsstudis nur selten wirklich wach. Mal unter uns – das ganze Studieren ist aber auch anstrengend! Ab und an sind sie zu spät und rennen mit der Tasche unterm Arm durch die Gänge. Mitschreiben tun sie das Nötigste und in den ersten Wochen sieht man sie noch in Scharen in der Mensa oder hektisch in der Bibliothek am Kopierer, danach sind sie jedoch eher selten anzutreffen. Erst während des Klausurenblocks begegnet man ihnen wieder.

5. Der Langzeitstudent
„In welchem Semester bist du eigentlich?“ „Oh, das ist eine gute Frage.“ Na, kennt ihr sie auch? Diejenigen, die man seit Generationen von Studenten an der Uni sieht, die in jedem Kurs aber in keiner Klausur erscheinen. Es gibt sie in nahezu jeder Fachrichtung und irgendwie kennt sie einfach jeder. Langzeitstudenten sind häufiger als gedacht und das aus den verschiedensten Gründen. Die einen haben wirklich vor gehabt, die Regelstudienzeit einzuhalten. Der Nebenjob wurde allerdings nach und nach zum Zeiträuber, irgendwann wurde aus Aushilfsstelle Teilzeit, aus Teilzeit dann Vollzeit. Aber der Luxus des Semestertickets – das möchte man nutzen. Genauso wie das leckere Essen in der Mensa und die vielen weiteren Vergünstigungen. Die andere Sorte – deutlich häufiger anzutreffen – liebt das Studentenleben einfach zu sehr. Hier zur Party, da ist noch Fachschaftsarbeit zu tun, dann weiter zur Erstibetreuung und nebenbei noch die Aufgaben als Tutor. So oder so ähnlich ist ihr Leben strukturiert. Ein Semester über der geplanten Semesterzahl sorgt noch für ein schlechtes Gewissen, nach drei bis vier Semestern länger verfällt der Langzeitstudent in eine Art „Scheißegal“-Haltung und genießt hemmungslos die Vorzüge als Studi.

6. Der Raser
Hier ist das Gegenteil der Langzeitstudis. Statt 6 Semester für den Standard Bachelor wird dieser in vier bis fünf absolviert, die ersten Masterkurse sind da natürlich schon vorgezogen. Von Feiern hält der Raser nicht viel, schließlich ist Uni nur ein nötiges Übel um später viel Kohle zu bekommen und Akademiker sein zu dürfen. Auch soziale Kontakte werden auf das nötigste – die Referatsgruppen – reduziert, damit mehr Zeit für das hohe Pensum an Kursen bleibt. Sie sind überall und nirgendwo, haben ihr Studium voll im Griff und die Prüfungsordnung natürlich auswendig gelernt. Kennen tut sie dementsprechend nahezu niemand, denn sie sind wie scheue Rehe. Zwar da, aber zurückgezogen und stets voller Stress und Hektik. Da ist halt keine Zeit für sowas wie Freundschaften.

7. Der Schleimer
Oh ja. Wir kennen sie alle. Der Unterschied zum Streber? - Die Schleimer haben keine Ahnung wovon sie überhaupt reden. Sie bestehen die Klausuren gerade noch, aber dafür sind sie oft als wissenschaftliche Mitarbeiter unterwegs. Der Schleimer macht das ganze mit voller Absicht, der Streber hingegen einfach, weil er meint dass es zum guten Ton gehört und Professoren ja auch eine Art von Göttern sind. Schleimer kennt jeder. Das sind die, die das Gesagte einfach umformuliert wiederholen, die oft die Unterlagen nicht vorbereitet haben aber die dem Dozenten so viel Honig ums Maul schmieren, dass er denen natürlich verzeiht. Eine widerliche Gattung Mensch, die später oft als Stellvertreter oder Sekretär eingestellt wird. Entweder hat sie was auf dem Kasten – dann eher als Stellvertreter zu finden – oder sieht toll aus und weiß, wie man dem Chef/der Chefin Komplimente macht, ohne dass er/sie es merkt – dann handelt es sich bevorzugt um Sekretäre.

Auch bei Studenten ist es, wie in jedem Bereich des Lebens – es gibt die mal mehr und mal weniger stereotypen Varianten. Aber wir sind uns sicher – ihr wisst genau was wir meinen und ihr kennt sicherlich mindestens ein Exemplar jeder Gattung. Und falls nicht – seid ihr etwa Raser? ;)

Autor: Laura