• Studentenleben Osnabrück
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08.02.2016

Insektenburger oder Gemüse vom Dach?

Immer öfter hören wir von Urban Gardening, Urban Farming, Insekten als Proteine der Zukunft und solidarischer Landwirtschaft.

Doch was hat es damit auf sich? Während in Haste schon dazu geforscht wird, haben wir uns schlau gemacht damit auch ihr wisst, wo ihr "demnächst" eure Lebensmittel herbekommt und was vielleicht irgendwann mal auf dem Mensaplan stehen könnte.


Urban Gardening/Guerilla Gardening ist, wie der Name es schon vermuten lässt, ein städtischen Projekt bei dem Menschen auf brach liegenden Flächen in der Stadt oder auf Hochhäusern ihre eigenen Lebensmittel anbauen. Gemüse als Balkon- und Gebäudebepflanzung, Dachgärten, bepflanzte Parkanlagen oder einfach Gemeinschaftgärten – beim Urban Gardening ist alles möglich. Also tut euch zusammen und gepflanzt Osnabrück, ein Versuch wurde vor der Schlossmensa ja bereits gestartet! (Infos hier)

Urban Farming / Urban Agriculture ist da noch etwas größer angelegt. Dort können Produzenten selbst, zum Beispiel Supermärkte, ihr Obst und Gemüse auf dem eigenen Dach anbauen. So spart man sich unnötige Lieferwege und schont sogar die Umwelt. Vielleicht pflücken wir demnächst die Äpfel und Tomaten beim Supermarkt vom Dach und bezahlen ein Stockwerk tiefer unsere Ausbeute.

Auch die Hochschule hat diese Themen an ihrem "grünen" Standort Haste im Blick. Mit dem Binnenforschungsschwerpunkt Urbane AgriKultur beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen  bereits seit Sommer 2014 mit der „Zukunft Lebensraum Stadt - Urbane AgriKultur als Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung der Stadt“.


Wer sich umgehört hat weiß außerdem, dass zwei Osnabrücker den ersten „Insektenburger“ auf den Markt gebracht haben. Klingt abgefahren, ist aber so. Bugfoundation nennen sie ihr Unternehmen. Allerdings nicht in Deutschland sondern in Belgien findet man den schmackhaften Würmer-Bratling in ausgewählten Restaurants. Wer sich das nicht vorstellen kann bucht die nächste Reise nach Brüssel oder fliegt nach Asien und probiert sich vorsichtshalber schon einmal durch die Garküche – frittierte Heuschrecken, gegrillte Maden oder sonstiges Getier sind dort bereits Alltag. Mal sehen, ob sich der Trend auch bei uns durchsetzen wird. Ein Ernährungsinsider unserer Redaktion hat verraten, dass diese Tierchen in Deutschland wahrscheinlich eher in der Tierernährung eingesetzt werden, wie es bereits oft der Fall ist.


Schon mal etwas von solidarischer Landwirtschaft gehört? In Osnabrück scheint der Trend noch nicht so weit verbreitet, in anderen Stätten ist er schon ziemlich hip. In der "Solawi" tragen mehrere Privat-Haushalte die Kosten eines landwirtschaftlichen Betriebs. Dafür bekommen sie im Gegenzug dessen Ernteertrag. Somit unterstützt man den Landwirt von nebenan und bekommt erntefrische, saisonale und regionale Lebensmittel auf den Tisch. Vorbildlicher geht’s ja wohl nicht.
Vorsicht Schleichwerbung: Der Hof Pente in Bramsche ist Teil dieser Bewegung und bietet Hofführungen für Interessierte an.

Wir sind gespannt und sprechen uns dann 2050, wenn es heißt: Wie ernähren wir denn nun 10 Milliarden Menschen?

 

Foto: Heiko Westermann

Autor: Regina