• Studentenleben Osnabrück
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17.09.2015

Flüchtlinge an Uni und Hochschule

In Deutschland ist momentan die Welle an Fremdenhass zu spüren, die sich in den letzten Jahren immer wieder aufgebäumt und sich ihren Platz in den Nachrichten gesucht hat. 

Aber auf der Gegenseite durchströmt Deutschland auch eine Flut von Solidarität, Freiwilligenhilfe und Anteilnahme. Die Meinungen sind hier also so gespalten wie nie.

In den Menschenrechten ist unter anderem das Recht auf Bildung verankert und sollte somit allen Menschen dieser Welt zugänglich sein und ermöglicht werden. Dieses Ziel ist nicht in allen Ländern dieser Welt umgesetzt, aber zumindest in Deutschland gibt es eine gesetzliche Schulpflicht, sowie Unterstützung bei Ausbildung und Berufsfindung. Kurze Wege und eine gute Infrastruktur ermöglichen es uns vergleichsweise sicher und schnell dort anzukommen wo wir hin wollen oder müssen und lernen zu können. Lernen und Bildung und ein sicherer Arbeitsplatz werden als ideal angesehen.

Das Recht und den Zugang zu Bildung sollten auch die Menschen auskosten dürfen, die derzeit in Deutschland Schutz suchen und auf der Flucht sind. Menschen, die ihr Land ohne jegliches Hab und Gut verlassen haben und ohne die Gewissheit jemals zurückkehren zu können.

Auch in Osnabrück sind Flüchtlinge in den Flüchtlingsunterkünften in Bramsche-Hesepe und am Natruper Holz untergebracht und sowohl die Universität als auch die Hochschule Osnabrück schauen nicht weg, sondern machen sich mit der Aussage „Bildung ist ein Menschenrecht“ stark für die regionale Unterstützung von Flüchtlingen und setzten ein Statement. Besonders Bildung ist hierbei für die die Universität sehr wichtig.

Universitätspräsident Wolfgang Lücke steht hinter der Aussage und erklärt: „Für uns als Universität steht es außer Frage, dass wir alles uns Mögliche unternehmen müssen, um diesen Menschen, die oftmals alles verloren haben, zu einem menschenwürdigen Aufenthalt zu verhelfen – und dazu gehört selbstverständlich auch, ihnen die Teilhabe an Bildung zu ermöglichen“.

Durch verschiedene Projekte, unterstützt durch Studierende, soll geholfen werden.
In Bramsche-Hesepe werden Freizeitaktivitäten angeboten, am Natruper Holz, organisiert von der Projektgruppe „Sport mit Osnabrücker Flüchtlingen“ gibt es wöchentliche Spiel- und Sportangebote. Außerdem besteht ein Fußballteam „Team Welcome Osnabrück“, welches im März 2015 ebenfalls von der Projektgruppe „Sport mit Osnabrücker Flüchtlingen“ gegründet wurde. (Siehe hierzu auch unseren Artikel)

Zudem sollen, um den Flüchtlingen zu helfen und ihnen eine Bildungschance zu ermöglichen, ab Herbst geschulte Studenten den Kindern und Jugendlichen in den Flüchtlingsheimen Deutschkurse geben.

May-Britt Kallenrode, Vizepräsidentin für Forschung und Nachwuchsförderung an der Uni Osnabrück teilte mit, dass Flüchtlinge die Möglichkeit haben sollen, ein Studium antreten zu können. Entweder können sie sich als Gasthöhrer einschreiben, falls keine Hochschulzugangsberechtigung vorliegt.

Sobald eine Hochschulberechtigung der Asylsuchenden vorliege, können sich diese ganz standardmäßig auf einen Studienplatz an der Universität bewerben.

Die Vizepräsidentin sagt dazu: „Flüchtlinge haben nicht nur ein Anrecht darauf, sondern sind auch herzlich willkommen, an unserem Gasthörerprogramm teilzunehmen“, außerdem, so Frau Kallenrode, habe die Teilhabe an Bildungsangeboten eine hohe integrative Wirkung und qualifizierter Nachwuchs, unabhängig von Herkunft, Religion oder Hautfarbe sei sowohl für Universität als auch die Unternehmen wichtig.

Aber auch die Fachhochschule Osnabrück ruht sich nicht aus und Hochschulpräsident Andreas Bertram sagt zur Flüchtlingsproblematik:„Hochschulen sind ein wichtiger Ort für die fachliche, kulturelle und soziale Integration von Menschen aus anderen Ländern. Deshalb stehen wir als Hochschule in der gesellschaftlichen Verantwortung, uns für Flüchtlinge zu engagieren und Bildung zu ermöglichen.“

Das 2016 startende Projekt „Edu-Gration“, entwickelt von vier Studentinnen, ist ein Buddy-Programm und soll Studenten und gleichaltrige syrische Flüchtlinge zusammen bringen. Das Programm sieht vor, dass die Studenten den Flüchtlingen zur Seite stehen. Sie sollen ehrenamtliche Unterstützung bei der sozialen Integration, dem Erwerb von Sprachkenntnissen und beim kulturellen Austausch erfahren.

Durch die studentische Aktionsgruppe „Campus ohne Grenzen“ soll es Flüchtlingen außerdem ermöglicht werden, an Vorlesungen und Veranstaltungen der Hochschule teilzunehmen. Die Aktionsgruppe bildete sich im Studiengang „Soziale Arbeit“, in dem das Thema „Wohlstand und Migration“ diskutiert wurde. Es wurden Chancen und Herausforderungen von Migration erarbeitet und die Aktionsgruppe bildete sich.

Doch das sind nicht die einzigen Unterstützungshilfen an der HS. Präsident Bergram sagt dazu außerdem: „Insgesamt erstreckt sich unser Engagement über unbürokratische Regelungen und Zugangsprüfungen bis zur Klärung struktureller Hürden und Unterstützungsmaßnahmen“.

Im Sommersemester 2015 führte der Hochschulsport Osnabrück beispielsweise mehrfach Aktionen zum Sammeln von Sportkleidung für Flüchtlingskinder durch.

Auch wenn es bereits einige Projekte und Aktionen der Uni und Hochschule Osnabrück gibt, ruhen diese nicht und arbeiten weiterhin an Projekten, um Flüchtlinge in der Region zu unterstützen. Vor allem Freizeitaktivitäten und die Chance auf Bildung stehen weiterhin ganz oben auf der Prioritätenliste.

Wollt ihr auch helfen? Wir haben für euch einen Link, da ist bestimmt etwas für euch dabei:
https://www.uni-osnabrueck.de/freie_seiten/fluechtlingsinitiativen_an_der_uni.html

Autor: Laura F.