• Studentenleben Osnabrück
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08.03.2016

Erste Erstsemester in 2016

Rund 750 neue Studierende starten an der Hochschule

Mit der Immatrikulationsfeier begann der erste Hochschultag der neuen Studis in der Aula am Montagmorgen. Moderator Benjamin Häring, Lehrender an der Fakultät Management, Kultur und Technik in Lingen, eröffnete die Begrüßung mit seiner bekannt witzigen Art und die A Cappella Band „Männersache“ lockerte die Atmosphäre mit ihrer Musik, die sich Originalen aus vielen Stilrichtungen bedient. Dann sprach Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Alexander Schmehmann stellvertretend für die Hochschule seine Willkommensworte.


Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Alexander Schmehmann stellt heraus, worauf es ausser auf Noten im Studium ankommt


Prof. Schmehmann war vor 26 Jahren Erstsemester und verglich seine damalige Gefühlslage mit dem ersten Sprung vom 3-Meter-Turm im Schwimmbad. Keine panische Angst, aber ein leicht mulmiges Gefühl im Augenblick des Beginns dieses neuen Abschnitts im Leben. Studium sei ein echter Einschnitt, aber der sei nötig, um die Studenten im Verlauf ihrer Ausbildung in die Lage zu versetzen, eigenständig die Welt erkunden zu können, so der Vizepräsident. Dabei motivierte er damit, dass neben dem Leistungsgedanken auch die persönliche Entwicklung Positives bringe. Studieren solle nicht ausschließlich Klausuren und Noten beinhalte, um eben auch selbständiges Handeln und Agieren zu erlernen. Es sei normal, dass nicht immer alles glatt geht und wichtig, dass jeder seinen eigenen Weg findet, der hoffentlich im erfolgreichen Studienabschluss endet.


Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert begrüßte die Erstsemester - seine Ansprache war jedoch wenig zielgerichtet


Als nächster Redner folgte Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Dieser lobte seine Stadt in höchsten Tönen, einen Bezug zu seinem Publikum konnte man jedoch nicht erkennen. An die Begrüßung der Anwesenden schloss sich erstmal ein drei bis fünf Sätze langes Hochloben der „fast einzigen Tageszeitung“ an. Weil sie deutschlandweit bekannt ist und er „es dem Herausgeber versprochen“ hatte, hielt er das für angemessen. Es folgte Werbung von ihm für den VFL, Osnabrücks Kulturangebote und Festivals. Hierbei stellte er zwar das studentische Fairytale Festival im Schloss hervor, das ebenfalls von Studenten organisierte Terrassenfest an der Hochschule Osnabrück, in deren Aula Griesert ja sprach, fand jedoch keine Beachtung.

In weiteren Wort- und Informationsbeiträgen wurden anschließend den Studienanfängern die Hochschule und die Einrichtungen für Studenten vorgestellt, bevor sie auf der Stadtrallye der Fachschaften WiSo und IuI sich persönlich näher kennenlernen und die ersten Pfade durch ihre Studienstadt erkunden konnten.


Mit Stadtrallye und Party endet der erste Studientag


Auch unser Studentenleben-Team unterstützte die Fachschaften wieder an einem Stand. Einen Tischtennisball mussten die Gruppen in Getränkebecher werfen, was einer ersten Grundübung für das unter Studenten bekannte Spiel „Bierpong“ gleich kam. Dabei haben wir auch ein paar > Fotos gemacht.

Am Abend feierten die Hochschulstudenten dann noch die erste Party mit „den Neuen“ im Alando Palais.

 

Mangelnde Vorbereitung und an den Studenten vorbei - die Erstsemesterrede von Osnabrücks Oberbürgermeister Wolfgang Griesert

Ein Kommentar

Osnabrücks Medienlandschaft hat mehr zu bieten als eine Tageszeitung mit Monopolstellung. Eine weitere Online-Zeitung die täglich berichtet, mehrere monatlich erscheinende Printzeitungen und einen Radiosender. Sogar ein Online-Magazin, geführt von Studenten, was sich genau an die Zielgruppe richtet, vor der Wolfgang Griesert redete.

Doch warum wirbt der Oberbürgermeister so extrem für die größte Tageszeitung in Osnabrück, um dessen Präsenz ein Osnabrücker sowieso nur schwer herumkommt? Warum gibt er dem Herausgeber sogar das Versprechen dies zu tun?

Zeigt er damit seine Einstellung, dass es für ihn nur ein lobenswertes Medium gibt? Gibt es hier besondere Verbundenheit zwischen ihm und der Zeitung? Oder schätzt er Medienvielfalt nicht?

Osnabrücker können doch stolz drauf sein, dass es mehrere unabhängige Formate gibt. Stolz, dass sogar Studenten sich ehrenamtlich in der Medienlandschaft einbringen, in der es grundsätzlich schwer geworden ist, Finanzierungskonzepte aufzubauen um den Betrieb überhaupt zu ermöglichen.

Etwas fassungslos macht uns aber auch, dass Griesert zu Gast an der Hochschule ist, die Festivals dieser Stadt als Attraktionen hervorhebt, jedoch kein Wort über das Terrassenfest verliert. Er verweist explizit auf das Fairytale Festival, dass Studenten seit 5 Jahren im Schlossinnenhof der Uni organisieren. Das seit über 40 Jahren bestehende und ebenfalls von Studis organisierte Terrassenfest an der Hochschule findet jedoch keine Erwähnung. Auch als er Robin Schulz als bekannten DJ aus Osnabrück nennt, schafft Oberbürgermeister Griesert es nicht, den Bogen zu dem jährlichen Fest am Westerberg zu schlagen, bei dem Robin Schulz letztes Jahr sogar auftrat.

Da wir ihm keine Absicht oder Ignoranz für das Publikum unterstellen wollen, kann man ihm nur mangelnde Vorbereitung attestieren, die zu solch einem Vortrag führte.

Seine ganze Rede bestand sowieso überwiegend aus Werbung für die Stadt ohne Bezug zu Hochschule und Erstsemester. Welchen Wert hat damit die Begrüßung durch ein Stadtoberhaupt für die Zuhörer, wenn sie keinen Bezug nimmt? Von Grußworten des Oberbürgermeisters hätten wir mehr erwartet, z.B. Wertschätzung oder Motivation für Studenten und Studienanfänger. Wir aus den höheren Semestern fanden es schade, wie sich Herr Griesert den neuen Studis gegenüberstellte, wäre doch eine zielgerichtete Rede schöner gewesen.

Autor: Admin