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27.04.2016

Dialog am Tellerrand - Insekten essen?

Warum nicht Insekten essen? - Diese Frage wurde genau vor einer Woche in der Caprivi-Lounge am Westerberg thematisiert und ausgiebig diskutiert. Das Ganze fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Dialog am Tellerrand“ statt, bei der regelmäßig über verschiedenste Themen diskutiert werden kann.

Bugfoundation – ein junges Start-up aus Osnabrück, gegründet von Osnabrücker Studenten - entwickelte einen Insektenburger und vertreibt ihn bereits erfolgreich in Belgien. Es ist daher kein Wunder, dass die beiden Gründer des Unternehmens Max Krämer und Baris Özel zum themenbezogenen Vortrag eingeladen worden waren.

Ihr Ziel ist dabei klar: Insektenkonsum soll selbstverständlich werden. Nach einer kurzen Vorstellung ihres Unternehmens und dessen Entstehung ging es um den Inhalt – den Wurm. Die Hochschule am Westerberg leistet dabei einen entscheidenden Beitrag, indem sie in einer Kooperation mit der Bugfoundation die optimalen Zuchtbedingungen erforscht.

Insgesamt gibt es ungefähr 2000 essbare Insektenarten auf unserem Planeten. Und die haben Vorteile im Vergleich zum Fleisch: Insekten sind relativ unempfindlich, haben sehr viele wichtige Inhaltsstoffe wie bspw. Vitamin B12, Proteine und viele ungesättigte Fettsäuren und sind im Bezug auf Wasser, Futter, Flächenverbrauch und Gasproduktion den „Großvieh“-Konkurrenten weit überlegen.


„Sanfter“ Tod


Für die Tierliebhaber, Tiermordgegner, Vegetarier, Veganer und Flexitarier (die alle zu der Zielgruppe der Bugfoundation gehören) unter uns: da Insekten wechselwarme Tiere sind und bei zu niedrigen Temperaturen in eine Art „Winterstarre“ fallen, ist somit auch der Tod stressfrei. Sie werden langsam heruntergekühlt und dann über 24 Studen eingefroren, wodurch der Stoffwechsel schließlich völlig aufhört zu arbeiten und die Tiere somit sterben ohne es bewusst wahrzunehmen. Zu bedenken ist jedoch: Es handelt sich immer noch um Lebewesen.

In der Realität wollen die Jungs das am liebsten in der Nähe von Biogasanlagen umsetzen. Dort haben Bauern oft leerstehende Hallen und die Anlagen nutzen nur 20-30% der erzeugten Wärme. Der Rest geht als Abwärme verloren – oder kann jetzt für die Insektenzucht genutzt werden. Das bietet neue Chancen für die Landwirte und durch das mittlerweile stark steigende Interesse auch bessere Verdienstmöglichkeiten. Nicht verkaufsbereites Gemüse kann dabei gleichzeitig als Insektenfutter genutzt werden und somit wird gleichzeitig die „Wegwerfproblematik“ von Lebensmitteln reduziert.


"Ist das nicht total eklig? In Würmer zu beißen?"


Das waren die wohl dominantesten Fragen in der darauffolgenden Diskussionsrunde. Neben Fragen wie „Wie viele Würmer sind in so einem Burger?“, was die beiden Redner nun ermitteln wollen, bis hin zu Fragen des Geschmacks war alles dabei („leich nussig“).


Auf die Frage nach dem Ekel und der Überwindung zum ersten Biss antworteten sie nur, dass ihre bisherigen vorher skeptischen Testesser meistens gar nicht wussten, dass sie dort jetzt in Würmer beißen würden. Deshalb wollten sie auch als Hauptaugenmerk bei der Produktion die Optik besonders appetitlich gestalten. Hat man erst einmal probiert, so würde man immer wieder zu dem Insektensnack greifen. Das würde auch durch die bisherigen Erfahrungen aus Brüssel bestätigt.


Und ihr?


Ab 2018 kann man sehr wahrscheinlich auch in Deutschland das Fast Food aus dem Krabbeltier testen. Schon neugierig oder total angewidert?

Wer mehr über Bugfoundation wissen möchte, kann in unserem Artikel aus 2015 lesen, http://www.studentenleben-os.de/news/allgemein/insekten-aufs-broetchen-studenten-kreieren-neuartigen-burger.html, oder unter http://bugfoundation.com/

Autor: Laura