• Studentenleben Osnabrück
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22.01.2016

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin

Studenten machen Berlin unsicher

Gerade im neuen Jahr und wieder in Osnabrück angekommen, ging es für einige Studenten der Universität Osnabrück direkt weiter nach Berlin. Politik ist in Tagen wie diesen allgegenwärtig präsent, sodass die Erkundung der bundespolitischen Zentrale gut ins Programm passte.

Bunt zusammengewürfelt aus den Bereichen Politik, Sozialwissenschaften und Europäische Studien hatten sie zuvor am Seminar der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Dorothea Steiner teilgenommen. Sie bot im Wintersemester den Kurs „Parlamentarische Demokratie in Deutschland heute - Gewicht des Europäischen Parlaments“ an. Diese weitreichende Beschreibung umfasste Themen wie Flüchtlingspolitik, Lage in Griechenland und führte sich fort mit der Klimakonferenz in Paris bis hin zu TTIP und CETA. Der krönende Abschluss des Seminars sollte die Exkursion nach Berlin sein. Also ging´s ab in die Hauptstadt und um die lange Zugfahrt zu überstehen, wurden am Zwischenstopp in Hannover Unmengen an Süßigkeiten gekauft. Dieser Süßigkeitenkonsum wurde noch dadurch erhöht, dass der Zug Verspätung hatte. Gute Vorsätze in Sachen Figur ließen sich so nur sehr schwer halten.


Nachdem die Gruppe, von insgesamt elf Studenten, dann endlich in Berlin angekommen war, ging es gleich weiter auf die Besuchertribüne des Bundestags. Beim zähen Start des TagesOrdnungsPunkts 20, der über die Verbesserung der Rechtssicherheit bei Anfechtungen nach der Insolvenzordnung beriet, konnten die Studenten schon sehr gut beobachten, wie einige der anderen Besucher - größtenteils Erwachsende und nicht wie erwartet Schüler - zeitweise ein kleines Nickerchen machten. Im Gegensatz zu unseren Studenten, die artig den Verhaltensregeln auf der Tribüne folgten, haben sich diese Herrschaften wohl mit anderen Dingen beschäftigt. Doch volle Aufmerksamkeit herrschte wieder bei TOP 21, der sich mit der unerlaubten Einreise von Flüchtlingen befasste, eine hitzige Diskussion lieferte und von Zurufen geprägt war. Bei dem tagesaktuellen Thema waren plötzlich alle wieder wach.


Im Anschluss ging es für unsere Studenten ins Gespräch mit Herrn Peter Meiwald. Dieser ist als Abgeordneter des Bundestages tätig und vertritt „Die Grünen“. Im Gespräch berichtete er über seine berufliche Laufbahn und wie er in die Politik gekommen ist. Dies war sehr spannend, da es für einen Diplom-Sozialpädagogen eher unüblich ist, einen Weg in die politische Richtung einzuschlagen. Danach durfte er mit Fragen gelöchert werden, die Themen wie den Lobbyismus im Bundestag, die Zusammenarbeit mit NGOs und Verbänden und zudem noch die Position und die Zukunft der AfD beinhalteten.


Als nächstes auf dem Programm standen ein Besuch auf der Kuppel, bei der Fraktionsebene und schließlich ein Rundgang durch das Gebäude. Nachdem sich die Studenten an Unmengen von Besuchern vorbei gekämpft hatten und die Frage „Can you please take picture of us?“ satt hatten, waren sie endlich oben angekommen und freuten sich jetzt darauf, endlich die phänomenale Sicht genießen zu können. Das war aber dieses Mal leider nicht der Fall, da es an diesem Tag sehr bedeckt war. Lediglich grau in grau und somit nicht von seiner schönsten Seite zeigte sich Berlin. Aber trotz der dicken Nebelschicht ließen sich einige Gebäude erahnen und es wurde viel Wissen über die Geschichte Berlins aufgesaugt. Zudem konnten die Studierenden das „Archiv der Deutschen Abgeordneten“ (das wie eine Ziegelmauer aussieht) betrachten. Jeder der mal als Abgeordneter tätig war bekommt hier seinen eigenen metallenen Kubus, der mit seinem Namen beklebt ist. Des Weiteren wurde die parlaments- und verfassungsgeschichtliche Ausstellung besucht, die in den unterirdischen Gängen zu verordnen ist. Dort konnte eine der ersten Wahlurnen des Bundestags und ein Teil eines alten Tunnels betrachtet werden, der damals die verschiedenen Gebäude miteinander verband.


Nach dem Ende der Führung ging es ab auf die Straßen Berlins. Das Brandenburger Tor wurde unter die Lupe genommen und wie es sich für echt berlinerische Verhältnisse gehört, wurde erst einmal ´ne Currywurst mit Pommes (besser bekannt als Pommes Schranke) und ein Berliner Weisse bestellt. Gegen Abend trat das Seminar wieder die Heimreise an und vergnügte sich auf der Rückfahrt nach so viel politischen Input mit einfachen Klatschmagazinen.

Hach, Uni kann so anstrengend sein…

 

Autor: Ghina